Bereits nominiert

 

Hier können Sie alle Nominierungsvorschläge (und Begründungen) für die planloseste Entscheidung in der österreichischen Baukultur 2015 nachlesen.

 

Einkaufszentrum "Fischapark" in Wr. Neustadt

von Maria S.

Ich möchte das Einkaufszentrum Fischapark in Wiener Neustadt als Beispiel für verfehlte Städte- und Verkehrsplanung nominieren.

Dieses wurde vor 20 Jahren in die damals grüne Wiese, an den Rand einer alten Einfamilienhaussiedlung gestellt. Nun wird auf die doppelte Fläche ausgebaut, um im Vollbetrieb 100 Shops zu betreiben. Daraus resultiert: dass die Innenstadt "in den letzten Zügen liegt", was mit entsprechendem Katzenjammer, auch der Politik, einhergeht, der Verkehr dramatisch zugenommen hat, insbesondere ab Freitags, die Gassen rund um das Einkaufszentrum von den Mitarbeitern zugeparkt werden, da deren Parkplatz viel zu weit weg liegt und die Anrainer dadurch eine massive Einschränkung, insbesondere auch in der Lebensqualität, erleiden, welche natürlich auch mit einer Entwertung der Immobilien einhergeht.

Nominiert: Nominiert: Stadt Wiener Neustadt, dafür, dass dieses Projekt realisiert werden konnte

die ma19 normgaube

von rubber neck

die abteilung für architektur hat intern eine gaube/gaupe festgelegt, zu der alle bauwerber gedrängt werden, inzwischen wird das im stadtbild sichtbar - nicht immer vorteilhaft!

die von der ma19 vor einiger zeit festgelegte normgaube/gaupe hat zwar formal nicht das zeug dazu, entwickelt sich aber durch vielfache (erzwungene) anwendung zu einem "tradierten" element im wiener stadtbild. dem anwender erlaubt sie jedwede schräge dachfläche mit einem fenster"höcker" zu durchstoßen und die dachfläche wie unbeabsichtigt auszubeulen. die detailausführung wurde leider nicht behördlich verordnet, weshalb man alle denkbaren grauslichkeiten und unsensiblen materialcollagen allerorten sieht. wenige designbewusste wagen sich an eine ausführung mit aluprofilen und viel glas. dafür hat man mit bedacht vorgesorgt: auch in der edelsten ausführung ist treffsicher gewährleistet, dass dieses frei erfundene bauelement ohne geschichte jedenfalls peinlich, wenn nicht (mit außensonnenschutz ein besonderer genuss) absolut antiarchitektonisch und stadtbildstörend wirkt! sinnvoller wäre es gewesen, sich in der schreibweise zu einigen und die architektur den architektInnen zu überlassen!

Nominiert: ma19 abteilung architektonische begutachtung

Mittelalterl. Hainburg / Donau komplett ohne Stadtplanung.

von pese

Umwidmung ehemaliger Industriegelände (13.000 m2) auch zum Fachmarktzentrum und keine Schutzmaßnahme gegen extremen Autoverkehr hat schwere Folgen für die Innenstadt von Hainburg/Donau (ca. 6.000 Einw).

Direkt vor der 800 Jahre alten Stadtmauer ist im März 2015 ein s.g. Fachmarktzentrum entstanden. Gründstück im Bereich der ehemaligen Tabakfabrik = ca. 26.000 m2. Geschäfte im Fachmarkzentrum + Lidl Markt = 13.000 + ca. 900 m2. Neu asfaltierte Fläche (Parkplätze mit Erschließung) = ca. 12.000 m2. *Baumbestand am Grundstück völlig entfernt*

In Hainburg stand ein größeres Gebäude (ehemal. Franzis.Kloster von ca. 12.000 m2) leer. Da gleicher Besitzer beider Liegenschaften, könnte in dem Umwidmen von Tabakfabrikgelände auch eine Bedingung, dass kein Wohnen, sondern öffentliche Funktionen ins ehem. Kloster kommen ausverhandelt werden. *Ins ehem. Kloster konnten ohne großen Aufwand die Geschäfte einziehen (EG + 2xOG jeweils ca. 7.500 m2) und für die Tabakfabrik z.B. Wettbew. für früher gedachte Ausbildungs,-Kulturstätten* ausgeschrieben. Nichts davon wurde umgesetzt. Der Leerstand in der Innenstadt ist bereits drastisch. Die Jugend hat keinen angemessenen Treffpunkt. Es entsteht Geist-innenstadt.

Nominiert: Rathaus Hainburg in den Jahren 2011-2015, Immobilien-Investor.

Westringautobahn A26 - mitten durch Linz

von Bewegung Linz 21

Der so genannte ‚Westring’ ist eine Stadtautobahn, die nach völlig überkommenen Verfahrens- und Planungsmustern entwickelt wurde und demnach hochgradig negative Auswirkungen erwarten lässt.

Der Plan, eine Autobahn mitten durch dicht besiedeltes Stadtgebiet zu führen, widerspricht nicht nur den heute gültigen Standards in der Methodik des Planens, des Konzipierens und Entwickelns von Projekten, sondern ist mit dem völligen Versagen des Planungsinstrumentariums einer Stadt, eines Landes gleichzusetzen, ja es ist das Ende von Planungskultur insgesamt! Wird dieser Plan einer zweiten Linzer Stadtautobahn tatsächlich absurde Realität - die im Übrigen in den Metropolen reihenweise schon wieder rückgebaut wird (Seoul, Toronto, Seattle…) - hat sich das ‚Wesen’ von Stadt- und Raumplanung in sein fatales Gegenteil gekehrt: Die BürgerInnen werden durch Planung nicht mehr geschützt und zum Verbleiben in ihrer Stadt, ihrem Land animiert, sondern durch Planung bedroht und letztendlich aus ihrer Stadt, aus ihrem Land vertrieben! Ungeplant?

Nominiert: Stadt Linz, Land Oberösterreich

Bauoffensive wo?

von Petra Kickenweitz

2014 verkündete der Bund die Kindergartenbauoffensive. Einige Jahre zuvor (2010) gab es auch eine Kindergarten- und Schulbauoffensive in der Steiermark.

Die Kindergartenbauoffensive des Bundes führte in der Steiermark Ende 2014 zu keinerlei Wettbewerben, da die Fördersummen des Landes nicht an Wettbewerbe gebunden wurden bzw. die Abteilung für Gemeindeförderung diese Informationen auch gar nicht an die Abteilung Hochbau im Land weitervermittelt hatte. Zudem war zwischen dem Beschluss zur Ausschüttung der Gelder und der Einreichung von Projekten lediglich ein Monat Zeit. Das Ganze lief ähnlich der Kindergarten- und Schulbauoffensive einige Jahre zuvor (2010) ab - die Gelderausschüttung erfolgte völlig intransparent – bis heute ist es nicht möglich, hier einen Überblick über die Gelderverwendung trotz mehrfachem Nachfragen zu erhalten.

Nominiert: Bundesministerium und Land Steiermark

Auftragszerstückelung bis es passt

von Petra Kickenweitz

Derzeit wird die denkmalgeschützte Eishalle Liebenau saniert und umgebaut. Die Gesamtkosten lt. Gemeinderatsbeschluss belaufen sich auf 20 Mio. Euro

Ein geladener Wettbewerb mit ca. 15 Teilnehmer wurde nur über die architekturrelevante Gestaltung mit 2,2 Mio. € Baukosten durchgeführt. Die restlichen 17 Mio. € wurden in Teilprojekten mittels Direktvergabe bzw. kleinen Verhandlungsverfahren bereits im Vorfeld vergeben. Begründung: 2017 finden die Special Olympic statt - die Zeit drängt. Man hat aber im Vorfeld rund 1,5 Jahre Zeit investiert bei dem Versuch, den Denkmalschutz aufzuheben. Auffällig ist dabei, dass es eigentlich eine Verpflichtung zur Einbeziehung  des Landes-Rechnungshofes bei der Projektabwicklung gibt, wenn die Fördersumme des Landes 10 Mio. € übersteigt. Der Rechnungshof ist nicht involviert.

Nominiert: GBG, Stadt Graz und die ZT-Kammer

Sportstätten stehen nicht im öffentlichen Interesse

von Petra Kickenweitz

Der Verein Sportunion Steiermark lobte auf eigene Kosten einen Wettbewerb Sportpark mit internationaler Veranstaltungs-Ballsporthalle in der Hüttenbrennergasse Graz aus.

Für die Teilnahme an den WB waren Eignungskriterien mit 2 Referenzprojekten mit mind. 6 Mio € und ein Kanzleisitz in der Steiermark Voraussetzung. Das mit 12,5 Mio. € Baukosten kolpotierte Projekt wurde nicht nach BVergG ausgelobt, da der Bauherr meinte, er sei privat und bezahle die Kosten bis zurEinreichung aus eigener Tasche - die Kammer verzichtete auf eine rechtliche Überprüfung dieser Begründung. Die Baukosten werden drittelfinanziert von Stadt/Land/Bund. Die Architekten werden max. bis Einreichung beauftragt, das Projekt wird in Folge an einen Totalunternehmer vergeben (dieses Verfahren soll dann nach BVergG ausgeschrieben werden.) Zudem wurde seitens des Bauherrn im Zuge der Vorbereitung zum WB die Nutzfläche zur Berechnung der Preisgelder nicht mitgeteilt - bei nun 6.200m2 Nutzfläche wurde eine Preisgeldsumme von nur 59.500 € veranschlagt. Bei der konstituierenden Sitzung wurde dies scheinbar von der Jury nicht mehr überprüft.

Nominiert: Land Stmk, Stadt Graz, Sportunion

Leerstand in Österreich

von Fabian Wallmüller, Roland Gruber

Wie viel Leerstand gibt es in Österreich? Dazu fehlen Studien. Mindestens 80.000 Wohnungen sollen leer stehen, also für jeden Asylsuchenden eine. Es fehlen Gesetze, die eine Unterbringung unkompliziert möglich machen.

Die Ereignisse der letzten Monate rund um die Unterbringung von Flüchtlingen in Österreich haben die Debatte über die zur Verfügung stehenden räumlichen Ressourcen neu entfacht. Wie viel Leerstand gibt es in Österreich insgesamt? Dazu fehlen seriöse Studien. Laut WIFO stehen alleine 46.000 bis 460.000 Wohnungen in Österreich leer. Die Leerstandskonferenz schätzt, dass in den 2.000 österreichischen Gemeinden – ohne Wien – rund 500 im öffentlichen Besitz stehende Gebäude sofort, und weitere 300 mit Adaptierungen für Wohnunterkünfte verfügbar wären. In Wien werden zwischen 35.000 und 100.000 leer stehende Wohnungen kolportiert. Rein rechnerisch wäre es also möglich, dass alleine in Wien jeder der heuer prognostizierten 80.000 Asylsuchenden eine Wohnung bekommt. Was fehlt, sind Gesetze und Strukturen, die eine Unterbringung unkompliziert möglich machen. Bis es soweit ist, müssen Flüchtlinge menschenunwürdig untergebracht werden – und das in einem der reichsten Länder der Welt.

Nominiert: Das österreichische Parlament als Gesetzgeber

"Copa Cagrana"

von maroni

"Copa Cagrana". Ohne Diskussionen und ohne Rücksicht auf den Gesamtkontext erfolgte der bauliche Startschuss zum "Top-Freizeitparadies statt Schandfleck". Fortsetzung folgt.

Nicht alle Planlosigkeiten entlang der Wiener Waterfront, konnten über die Jahre eine solche Strahlkraft entwickeln, wie die Copa Cagrana. Sie ist passiert, sie hat sich irgendwie um alle Planungen herumgewunden. Die oftmals unvorhergesehenen planlosen Ereignisse und das vielfältige Leben des öffentlichen Raumes nahmen auf der Copa Cagrana nicht sellten das Ausmaß einer Katastrophe an. Stürme, Hochwasser und Feuersbrünste setzten, dem malerischen Erscheinungsbild heftig zu. Im Herbst soll nun ein Gestaltungswettbewerb für die Uferzone ausgelobt werden: „Vom Stil her sollte das Ganze ein bisschen in Richtung Summerstage gehen: etwa mit einer Weinbar, einem Burgerlokal, einem Inder etc. und das alles auf verschiedenen preislichen Niveaus – eben verschiedene Lokale, in die man abends auch fortgehen kann, aber ohne Lärm“. Außerdem: Verbindungen zwischen den Zugängen zur Platte und U-Bahn. Vielleicht ein Park. Man müsse schauen.“ Erklärt die Stadträtin...

Nominiert: Magª Ulli Sima. Stadträtin für Umwelt und Tierschutz MA 45

Standardausstattungskatalog Haimbuchner

von OÖ Arch

Landesrat Dr. Manfred Haimbuchner veröffentlichten zwei sinnlose Standardausstattungskataloge für den sozialen Wohnbau im Bundesland OÖ.

Die Standardausstattungskataloge für den Erhalt der Wohnbauförderung sind ein Anschlag - auf die Individualität des Wohnumfeldes - auf die soziale Ausgewogenheit im Wohnbau - auf die Wohnqualität der Wohnungen und Wohnanlagen im Einzelnen - auf die Gestaltungsmöglichkeiten einer Wohnanlage - auf die heimische Wirtschaft und das heimische Handwerk - auf die Erreichung der Klimaschutzziele - der Integration und sind eine fehlgeleitete Entwicklung. Die Einhaltung der Baukosten erfordert eine ganzheitliche Betrachtung . Es liegt nicht an den Planungs und Errichtungskosten alleine, sondern am ganzen System. Forderung: Abschaffung der sinnlosen Ausstattungskataloge.

Nominiert: Landesrat Dr. Manfred Haimbuchner

Haupteingangshalle Wiener Hauptbahnhof

von Fabian Wallmüller

Wozu braucht es eine Halle, deren Nutzen unklar ist, die auf einer Straße steht, sich zur Stadt als Brandwand präsentiert und auch noch ihre Nachbargrundstücke entwertet? Klarer Fall: weg damit!

Entgegen ursprünglichen Expertenmeinungen wurde die Eingangshalle des Wiener Hauptbahnhofes nicht eingespart, sondern - jetzt erst recht - mitten auf der Begleitstraße der Geleisanlage errichtet. So wurde nicht nur eine übersichtliche städtebauliche Lösung des Bahnhofquartiers mit klarer Erschließungsstruktur verunmöglicht, auch das benachbarte A1-Grundstück - vielleicht das prominenteste Grundstück Wiens - wird durch eine nun notwendig gewordene gigantische Brandwand der Halle komplett entwertet. Dass sich der Hauptbahnhof zur Stadt nun durch ebendiese Brandwand - und nicht die aufwändig gestaltete Überdachung der Geleisanlage - präsentiert, ist ein weiterer Nebeneffekt dieser planlosen Vorgangsweise. Aber auch der Nutzen der ebenso riesigen wie leeren Eingangshalle bleibt unklar, da der Zugang zu den Geleisen sowohl ober- als auch unterirdisch problemlos direkt in die Verteilerhalle unterhalb der Geleise geführt hätte werden können. Prognose: Dieser Bau überlebt keine zwanzig Jahre.

Nominiert: ÖBB

Mariahilfer Straße

von Mauxi

Der Umbau der Mariahilfer Straße in eine Begegnungszone und dazwischen eine Fußgängerzone ist die planloseste Entscheidung, welche die Wiener Stadtregierung mit ihrer Stadtplanerin vorgenommen hat.

Die Mariahilfer Straße - eine früher beliebte Einkaufsstraße wurde zu einer Betonwüste mit Futterstuben umgebaut. Die versprochenen Querungen sind ausgeblieben - dafür hat sich der Verkehr in die Anrainerstraßen verlagert. Die Mariahilfer Straße hat früher die Schadstoff-Emissionen durch die großen Bäume reduziert - jetzt, in den Nebengassen hat man mehr schlechte Luft als früher. Zwischen den Holzbalken der Sitzbänke sammelt sich jeglicher Müll der dort hinein passt und bleibt lieben. Zum Reinigen geht da nicht viel, da der darunter befindliche Vollbeton dies verhindert. Diese Straße ist keine Einkaufsstraße mehr, wurde auch nicht - wie von der Stadtregierung behauptet - zu einer Flanierzone. Ein Stückchen liebenswertes und im Ausland geschätztes Stückerl von Wien wurde total zunichte gemacht!

Nominiert: Maria Vassilakou

Kennedyhof-Aufbauten

von Schostakowitsch

EIn gelungenes Beispiel der Architektur der 60er Jahre stellt der Kennedyhof, Rotenturmstraße 1-3, 1010 Wien, dar. Seit einiger Zeit wachsen auf seinem Dach architektonische "Krebsgeschwüre".

Die Blickachse von der Kärtnerstraße Richtung Rotenturmstraße wird von undefinierbaren Aufbauten auf dem Kennedyhof dominiert. In einem der sensibelsten Bereiche der Stadt schockieren vollkommen planlos wirkende, allzugut sichtbare Aufbauten. Ein unglaubliches optisches Desaster!

Nominiert: ? (habe leider keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist)

Mariahilferstrasse / Plan Ring Neu

von geschröpfterösterreicher

1) Neugestaltung der Mariahilferstrasse. 2018 wird wieder gebaut wegen U5.
2) Vergabe der Planung "Ring Neu" an Architekturbüros aus Barcelona und Kopenhagen.

1) Umbau der Mariahilferstrasse obwohl bekannt war, das 2018 die U-Bahnstationen neu gebaut werden. D.h., wenn der Umbau erst 2018 im Zuge der anderen Arbeiten stattgefunden hätte, könnte sich die Stadt Wien hier unnötige Baukosten ersparen. Nur ein durchgepeitschtes Prestigeobjekt ohne Blick in die Zukunft. Kosten: 25 Mio

2) Die Vergabe eine Plans, bzw. Skizzierung wie der Ring ausschauen könnte. Auftrag ging an ausländische Architekturbüros. Warum nicht an Wiener Schulen (TU Wien, div. HTLs) im Zuge eines Projektes. Kosten: ca. 200.000

Nominiert: Grüne, Vassilakou

Museum der Geschichte

von Franz Josef

Für ein Museum der Geschichte schlägt Staatssekretär Mahrer einen Holzbau auf dem Heldenplatz vor.

Noch nie etwas von Denkmalschutz gehört. Zerstörung und Verhüttelung des historischen Ensembles Ringstraße. Und das just heuer, wird doch 150 Jahre der Eröffnung der Ringstraße gefeiert.

Nominiert: Staatssekretär Mahrer

Schildbürgerregierung

von Jafar

Die Stadt Salzburg lässt einen Architektenbewerb nach den anderen für zB ein neues Spaßbad ausschreiben, aber dann wird doch wieder nichts daraus.

Die Stadt Salzburg will schon seit Jahrzehnten ein neues Spassbad (kurz Schimmbad) bauen. Es wurden schon etliche Anläufe samt Architektenwettbewerbe durchgeführt, aber im Endeffekt kommt immer wieder nichts raus. So geht es auch mit anderen Projekten in der Stadt Salzburg. Es gibt dort keine eindeutige richtungsweisende Linie für JA oder NEIN. Eh alles nur Steuergeld.

Nominiert: Stadtregierung Stadt Salzburg

Wientalterasse

von Rot-Grün

Schaffung von Erholungsgebiet und Grünraum in zubetonierten Bezirken.

Alle drei Terrassen hätten 5 Millionen Euro kosten sollen. Jetzt kostet eine bereits 4,3 Millionen inkl. Steg der Freundschaft, der Margareten und Mariahilf verbindet. "Erholungsgebiet" ohne Wind- und Wetterschutz, mit der U-Bahn darunter und den Autos auf der Wienzeile?! Hier wird Kreativität und Nachbetreuung gefragt sein. Grüne Politik sollte anders aussehen - es scheint ein Geschenk an die Bezirke 5 und 6 auf Kosten des Steuerzahlers zu sein.

Nominiert: Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou

Hauptbahnhof Wien

von Rico4

Der angeblich modernste und größte Bahnhof Europas entwickelt sich zum Flop des Jahrhunderts

Grauer Boden, braune Wände, Neonröhren als Beleuchtung, eine einzige U Bahnlinie in ewig langem Fussweg, keinerlei Sitzgelegenheiten im so tollen Shoppingcenter, Rolltreppen im Winter unbrauchbar, 14 Grad Temperatur im Winter im Shoppingcenter, Shops qualitativ unter dem Durchschnitt, Rolltreppen immer kaputt, Garage NICHT gratis wie plakatiert, Konsumation von 10 € Pflicht!, keine Klimaanlage, keine Orientierunghilfen, keine professionelle Beschilderung, bei Regen Wassereintritt bei den Liften, im Untergeschoss 3 Stufen zu bewältigen (der gesamte BH wird als barrierefrei beworben!!!), keine Pflazen oder andere Dekoelemente als Wohlfühlfaktor, durch die Anatomie des Daches permanent Wind auf den Bahnsteigen, breite nutzlose freie Flächen (UG1)....insgesamt eine komplette Fehlplanung!!!!!

Nominiert: ÖBB, Centermanagagment ECE

Mariahilferstraßen-Umbau

von Dominik

Der Umbau der Mariahilferstrasse zu einer Fußgänger/Begenungszone erfolgte "planlos". Es sollte nur alles möglichst schnell vor der Wahl im Oktober fertig sein.

Durch den Umbau kam es im Umfeld zu erhöhtem Verkehrausfkommen (zb Gumpendorferstrasse). Diese Durchzugsstrasse wurden zu einer Tempo 30 Zone, was zu noch mehr Stau führte. Im Umfeld wurden mehrfach, teils ohne Ankündigung Einbahnen umgedreht, um dem Verkehr Herr zu werden. Dies hatte und hat zur Folge, dass Anwohner zum Teil erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssen, was zu längeren zurückgelegten Strecken führt und erhebliche Zeitverluste bedeutet. Ergebnisse der Abstimmung wurde nicht exakt befolgt, es wurden zb Querungen (Mehrzahl) gefordert. Wenn man abstimmen läßt, und dann was anderes macht, würde ich das als planlos bezeichnen. Der 13A musste mehrfach umgeleitet werden, es herrschte Chaos pur. Bezüglich der Summe an sonstigen Problemen hier eine kleine Zusammenfassung: http://derstandard.at/r1325485831879/Mariahilfer-Strasse-neu Es gab und gibt auch heute noch diverse Gruppen im Internet, die diese Probleme thematisieren. Es sind sehr viele Menschen betroffen.

Nominiert: Maria Vassilakou

mariahilfer straße neu

von bernhard

Man ging daran, eine relativ gut funktionierende Einkaufsmeile zwischen Getreidemarkt und Gürtel "neu" zu gestalten.

Für dieses Vorhaben wurden nur die Bewohner des 6. und 7. Bezirkes gefragt. Als "Prestigeporjekt" für die grüne Minderheitsfraktion wurde das "durchgepeitscht". Dabei wurde die komplette Mariahilfer Straße im erwähnten Abschnitt in eine "Betonwüste" mit grünen Pflanzen verwandelt. Nicht berücksichtigt wurde, daß man 2018 für die U5 wahrscheinlich neuerlich auf der Mariahilfer Straße wird aufgraben "dürfen." Super?!

Nominiert: Maria Vassilakou

PPP für Schulen und Museum

von steuerzahler

PPP Verfahren werden als Lösung für die Nicht-Verschuldung der öffentlichen Hand angewandt. Konkret im Schulbauprogramm und beim WienMuseum.

Die Verschwendung von Steuergeld ist enorm. Die architektonische Umsetzungsualität wird bescheiden sein. Die Erfahrungen mit PPP Verfahren im Ausland sind negativ. Architekturplanung nach der Einreichplanung nur noch auf Leitdetails zu beschränken ist die Aufgabe von Qualitätsanspruch.

Nominiert: Bürgermeister Dr. Michael Häupl

Die Wahrheit bekommt nasse Füße

von Stadthallenbad leaks

Renovierung Stadthallenbad in Wien: dabei kam es zu Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Die Stadt Wien ergeht sich in existenzgefährdenden Prozessen gegen Planer und Ausführende.

Das Stadthallenbad war renovierungsbedürftig. Es wurde geplant. Es wurde saniert. Und dabei traten Probleme auf. Die Becken waren undicht. Es entstanden Fragen, die nicht einfach zu lösen waren. Technisch. Doch dann trat die Frage nach Verantwortung und Schuld in den Vordergrund. Danach gab es lange keine Lösung. Licht in die Schuldfrage sollten Beweissicherungsverfahren und Experten bringen. Die kosteten aber Millionen Euro. Wasserdicht waren auch diese Expertisen nicht. Die Auftraggeberin, ein Enkelunternehmen der Stadt Wien, führt nun Prozesse gegen Planer und ausführende Firmen verklagt. Was sagt die Oma dieses Unternehmens, die Stadt Wien, eigentlich zu diesem Vorgehen? Recht haben und Recht bekommen ist leider häufig eine wirtschaftliche Frage. Wahrheit ist eine Frage der Zeit und der Perspektive. Und des politischen Willens. Von dem ist nichts zu spüren.

Nominiert: Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft GmbH, Wien Holding

Plus-Energie - in schwarz

von Johann Joseph Prechtl

Die Sanierung des „Chemiehochhauses“ am Getreidemarkt zum Plus-Energie Gebäude erfolgte intransparent und das Ergebnis ist bezüglich Energiebilanz und Arbeitsbedingungen nicht zufriedenstellend.

Durch die Sanierung des Chemiehochhauses am Getreidemarkt zum Plus-Energie Gebäude erfolgte eine Umfärbung in schwarz sowie ein Wachstum um einige Meter. Diese Arbeiten wurden ohne Architektenwettbewerb geplant und die Projektvergabe ist intransparent, um das weltweit einzigartige Plus-Energie-Gebäude zu errichten. Energiemonitoring - Verhältnis erzeugte Energie zu verbrauchter Energie - wird geheim gehalten. Fotovoltaik-Module im Schatten des Nebengebäudes sind fragwürdig. Der „Endbericht Getreidemarkt“ gibt keine Auskunft. Das modernst ausgestatte Gebäude führt jedoch zu einigen Unannehmlichkeiten. Z.B. die Klimatisierung der Hörsäle, in denen die Studierenden unabhängig von der Jahreszeit frieren. Die zentrale Regelung der Raumtemperatur erlaubt keine örtliche Einflussnahme. Bei der Auslegung der Klimaanlage soll auf die Wärmeentwicklung der Mitarbeiter vergessen worden sein. Die Raumaufteilung und -ausstattung ist unzureichend, z.B. die Bibliothek kann nicht alle Bücher unterbringen.

Nominiert: ARGE der Architekten Kratochwil-Waldbauer-Zeinitzer

Ministerium kauft 700 Container als Flüchtlingsunterkunft

von Petra K.

Das Innenministerium kaufte unlängst 700 Container für je 17.000 € pro Stück, also rund 12 Million € bei der Fa. Containex ohne den Auftrag lt. BVergG öffentlich auszuschreiben.

Planlos, auch wenn die Zeit drängt, ist es, ein NO-GO einen Direktauftrag zu vergeben! Es wurden zwar angeblich mehrere Kostenvoranschläge eingeholt, der Auftrag aber nicht öffentlich ausgeschrieben. Das Thema der Nachhaltigkeit und Nachnutzung wurde dabei auch nicht mitüberlegt.

Nominiert: Innenministerium und Bundesbeschaffungsgesellschaft

Ersatzreligion Parkplatz

von Fußgänger

Verkehrsplanung und Stadtgestaltung in Wien finden primär anhand der Leitlinie statt, dass kein Parkplatz geopfert werden darf.

Diese Maxime verhindert nachhaltig Planungen und Projekte für eine lebens- und umweltfreundlichere Stadt und bringt Menschen unnötigerweise in Gefahr. In Paris hat man z.B. zur Schaffung eines Radwegenetzes konsequent Parkspuren in Fahrradspuren umgewandelt; in Wien werden Radfahrer per Mehrzweckstreifen gezwungen, in der gefährlichsten Zone 1m neben geparkten Kfz zu fahren oder es werden Radwege auf Gehwege gemalt und Konflikte mit Fußgängern provoziert. Geplante Straßenbahnprojekte werden mit dem Hinweis auf Parkplatzverluste nicht umgesetzt. Plätze in der Innenstadt, die längst zu Fußgängerzonen umgestaltet werden könnten, werden lediglich als Abstellfläche für Autos genutzt. Selbst in Begegnungszonen werden Parkplätze markiert. Schrägparkplätze an unübersichtlichen Stellen nehmen Fußgängern die freie Sicht auf die Straße. Im öffentlichen Raum herrscht Planlosigkeit und Nicht-Planbarkeit, weil nichts geschehen kann, wenn dafür Parkplätze aufgelassen werden müssten

Nominiert: Stadt Wien

bauen mit hubschrauber

von bunny munro

für ein baugrundstück in oö. werden erhaltungsbeiträge vorgeschrieben, da es nicht bebaut ist. es kann aber nicht bebaut werden, da keine zufahrt genehmigt wird!

für ein vor 20 jahren gewidmetes grundstück gäbe es ein projekt mit hohem wirtschaftlichkeitsfaktor für eine stadtgemeinde in oö. eigentümer und investoren sind sich einig, parzellierung und flächenaufteilung nachhaltig geplant, arbeitsplätze würden geschaffen....nur leider, kann niemand auf das grundstück zufahren, da sich die straßenverwaltung weigert, das grundstück über die bundesstraße zu erschließen bzw. die gemeinde keine veranlassung sieht, alternativen anzustreben.

Nominiert: land oö. - raumordnungsabteilung land oö. - verkehrsabteilung stadtgemeinde pb

Wenns mal wieder schnell gehen muss ... Container für alle

von Hari Kirschner

Die freihändige Vergabe für die Errichtung von Containerdörfern an - no na - das führende Unternehmen in diesem Bereich ist für mich klarer Favorit für den Betonkotz 2015

Dass es sich bei der gegenwärtigen Situation im Lager Traiskirchen um eine humanitäre Katastrophe handelt, das ist wohl offensichtlich. Da man aber für weise und wohlüberlegte Entscheidungen Zeit braucht, passiert monatelang nicht. Seitens des Innenministeriums und speziell Fr. Mikl-Leitner wurde uns aber immer wieder gebetsmühlenartig versichert, "schnell und unbürokratisch" zu helfen. Dies ist jetz ENDLICH im August dann auch geschehen… dankenswerterweise wurde mittels Ankauf von 1200 Stk. Containern beim führenden Lieferanten Österreichs Wohnraum für viele arme Menschen organisiert. Dass aber "schnell und unbürokratisch" in unserem speziellen Fall gleichzeit TEUER heißt, berechtigt, nein fordert fast die Verleihung dieses schönen Preises. Angesichts eines Auftragsvolumens dieser Größenordnung hätte JEDES in Österreich ansässige Containerunternehmen ebenso „schnell und unbürokratisch“ von jetzt auf sofort ein Angebot legen können.. … währen sie denn bloß angefragt worden...

Nominiert: Johanna Mikl-Leitner, Innenministerin

KISS Kufstein

von besorgerburger

Kufstein Innenstadt Shopping, ein schönes fertiges Shoppingcenter im Herzen Kufsteins, dass seit 39 Monaten leer steht.

Die Fehlplanung und das Nichteinschreiten der Behörden geben sich hier die Hand, der Bauträger/Verwalter denkt nicht daran, hierfür Mieter zu suchen bzw seine Geschäftspraktiken so zu ändern, dass er neue Mieter gewinnen kann. Somit steht im Herzen Kufsteins ein riesiges leeres Einkaufszentrum.

Nominiert: Hausverwaltung Johann Höger

totalunternehmeraufträge schulbau

von nowhere man

Sehr oft wird von der Stadt Wien Totalunternehmerausschreibung als Verfahren für Schulerweiterungen gewählt. Die Vergabe der Planungsleistung obliegt der ausführenden Fa. und bleibt völlig intransparent

Das Substanzsanierungsprogramm der Stadt Wien für den Schulbau ist ein Programm um Schulen im Gebäudebestand auf ein zeitgemäßes bauliches Niveau zu bringen. Für die Planung dieser Projekte, meist im Unterschwellenbereich, werden ArchitektInnen beauftragt, die, wenn sie über den Tellerrand schauen, bei den ihnen anvertrauten Projekten oftmals Erweiterungspotentiale entdecken. Ein willkommener Effekt für die Stadt Wien, da aufgrund des Bevölkerungswachstums auch dringender Bedarf an Schulraum besteht. Jedoch werden die ArchitektInnen, die durch Ihre kreative Leistung dieses Potential für die Stadt erschließen, nicht damit belohnt, dass sie zu einem nachfolgenden Verfahren geladen werden. Das Gegenteil ist der Fall: Der bereits an sie erteilte Auftrag für die Substanzsanierung wird storniert und das Projekt (Sanierung + Erweiterung) wird als Totalunternehmerverfahren ausgeschrieben, wo der AN, meist eine größere Baufirma, freie Wahl des Planers hat. Planungsvergabe = intransparent. Kontrolle ?

Nominiert: Stadt Wien - Planungsdirektion - Gruppe Hochbau

Hauptbahnhof-Desaster

von Gerhard Jelinek

Der Wiener Hauptbahnhof und seine städteplanerisch vergurkte Umgebung ist ein Musterbeispiel für die vergebene Jahrhundertchance, ein neues Zentrum für Wien zu schaffen.

Um rund eine Milliarde Euro wurde ein Wiener Hauptbahnhof gebaut (etwa 100 Jahre nach den ersten Planungen). Ohne Architekturwettbewerb und ohne Konzept der Stadtplanung entstand ein provinzielles Einkaufszentrum mit Bahnanschluss. Die gesamte Umgebung des Gürtels und des Südtirolerplatz blieb de facto ungestaltet. Eine Anknüpfung an den von akuter Verslumung bedrohten 10. Bezirk wurde fahrlässig versäumt. Der Südtirolerplatz ist eine provinzielle Verkehrsfläche mit dutzenden die Sichtachsen verstellenden Lüftungsschächten. Die Entwicklung des "Sonnwendviertels" ist beschämend, keinerlei organische Verbindung mit "Alt-Favoriten". Bauträgerarchitektur der schlimmsten Sorte. Das "Quartier Belvedere" gibt es nur dem schönen Namen nach. Keine Idee, jeder der mehrfach gewechselten Bauträger, macht, was er will. Keine Lösung für den Gürtel, keine Anbindung ans Belvedere und keine Idee fürs Arsenal und 21er-Haus. Ein Desaster.

Nominiert: Stadt Wien, ÖBB

Ist alles Gravitation.

von Johannes Kepler

Die Auslobung eines Wettbewerbs für die Errichtung eines Klinikgebäudes in Linz wird so formuliert, dass so gut wie keine Architekturbüros aus Österreich überhaupt am Wettbewerb teilnehmen können.

Wow! Kepler lebt! Die Keplerschen Gesetze funktionieren auch in der österreichischen Vergabelandschaft. Das beweist die Auslobung eines Campusgebäudes durch die Kepler Universitätsklinikum GmbH in Linz. Hier gibt es bemerkenswerte Gravitationskräfte. Zum einen sind die Referenzprojekte so formuliert, dass 99,99% der Architekturbüros NICHT teilnehmen können. Wo kommen wir hin, wenn Labors in Kliniken nur noch von denen geplant werden können, die schon Labors in Kliniken geplant haben? Und das mit Verlaub innerhalb der letzten drei Jahre mit einer Bausumme nicht unter 12 Mio Euro? Was machen eigentlich die ÄrztInnen in dieser Klinik, wenn sie einen Fall behandeln müssen, den sie noch nie exakt schon so gehabt haben?

 

Zum anderen ist es verwunderlich, dass die zuständige Architektenkammer mit einem Auslober, der alle ihre Mitglieder ausschließt, kooperiert. Hier stellt sich die Frage, wovon diese Entscheidung angezogen worden ist und welche Gesetzmäßigkeiten darauf gewirkt haben.

Nominiert: Auslober: Kepler Universtitäts Klinikum GmbH

Blind für die Folgen des Krieges

von KO.333-2015/800-4

Der Bürgermeister der Kärntner Gemeinde Ossiach verhindert den Umbau eines leerstehenden Gebäudes für die vorübergehende Erstunterbringung von Flüchtlingen mit Hinweis auf die Bauordnung.

Der Ossiacher See ist eine beliebte Feriendestination für Sommer-Flüchtlinge aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Dänemark, um nur einige zu nennen. Rund um den Ossiacher See entstehen in großer Geschwindigkeit neue Feriendomizile und pompöse Villen, die bis hinauf in die Wälder gebaut werden. Natürlich mit den entsprechenden Bewilligungen. Wir sind ja in Österreich. Für wirkliche Flüchtlinge, die nach dem Sommer nicht in ihre weit entfernten Länder zurückfahren können, ist da einfach kein Platz mehr. Ein leerstehendes Gebäude, das früher für die Unterbringung von Kriegsblinden genutzt wurde und das prinzipiell für die Erstunterbringung von Flüchtlingen geeignet wäre, dürfe während der Sommermonate nicht renoviert werden. Sagt der Bürgermeister. Der gute Mann kennt offensichtlich nicht den Unterschied zwischen Krieg und Frieden und ist blind für die Bedürfnisse von Menschen, die vor allem eines wollen: ein wenig Ruhe und ein Dach über dem Kopf.

Nominiert: Bürgermeister der Gemeinde Ossiach

Reform der Norm!

von Martin Luther

Austrian Standards kämpft gegen dringend notwendige Reformen der österreichischen Normgesetzgebung statt das Normen(un)wesen zu reformieren.

Hartnäckigkeit ist eine Tugend von kreativen Menschen. Wenn es um den Faktor Hartnäckigkeit geht, ist Austrian Standards sehr kreativ. Nämlich dabei, gegen die von betroffenen Fach-Experten vorgeschlagen Reform des österreichischen Normengesetzes Widerstand zu leisten. Worum geht es? Um eine bessere und selbstbewusstere Koordination von nationalen und internationalen Normen, es geht um eine bessere Einbindung von Expertinnen und Experten, deren Expertise fachbezogen und nicht produktbezogen ist und es geht um eine Strategie, wie Normen in Zukunft zustandekommen, wirken und gültig sind. Der Gewinnerin des planlos-awards 2013 wird daher erneut eine Nominierung zuteil. Wird das jetzt zur Norm?

Nominiert: Austrian Standards

Fußballstadien ohne Architekturwettbewerb

von habe-die-ehre

Beim Neu- bzw. Umbau der Fußballstadien für Rapid und Austria Wien wurde auf die Abwicklung qualitätssichernder Verfahren verzichtet. Das BVergG wurde missachtet.

Wiens wichtigste Fußballanlagen werden neu- (Rapid) bzw. umgebaut (Austria). Bei beiden Projekten verzichtete man auf angemessene Projektfindungsverfahren (z.B. Wettbewerbe). Man wählte stattdessen Totalunternehmerverfahren und interne Planungsvergaben. Die Stadt Wien missachtete ihre eigenen stadtplanerischen Grundsätze: „Transparenz“, „Diskursbereitschaft“ und „Qualität in Planen und Bauen“. Mindestens so schwer wiegt die Umgehung des BVergG, wird doch ein beträchtlicher Teil der 101 Millionen Euro Baukosten durch Fördergelder aufgebracht.

 

Es geht nicht an, dass die Stadt Wien ihre Rolle als Stadtentwicklungsinstanz aufgibt und sich zum Erfüllungsgehilfen „Privater“ macht. Fußballstadien sind Monumentalbauten mit vielfältigen Auswirkungen auf die übrige Stadt. Als Imageträger sind sie Bestandteil des internationalen Städtetourismus. Warum hat sich das bis Wien nicht durchgesprochen und die „Sportstadt“ vergibt gleich zwei Chancen, im Wettbewerb der Städte Akzente zu setzen?

Nominiert: Rapid Wien – Austria Wien Gesch-Gruppe Bildung, Jugend, Information, Sport - Christian Oxonitsch

Handel macht frei!

von austrian go world architects

Das TTIP soll den Handel zwischen den USA und der EU vereinfachen. Kommen österreichische Architekten jetzt endlich zu großen Aufträgen in Nordamerika?

Das TTIP hebt die Schranken für den zügigeren Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen den Staaten der USA und den Staaten der EU. Viele Kritiker meinen: Schranken heben heißt unvermeidlich auch Standards senken. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat Anfang 2015 bekannt, er sei der einzige in der Bundesregierung, der diesem Abkommen positiv gegenüberstehe. Er ist allerdings auch derjenige, der für Österreich verhandelt. Man muss darauf hinweisen, dass die Strukturen in der österreichischen Planungslandschaft sehr oder zumindestens eher kleinteilig sind (eine Ausnahme ausgenommen). Dass „die großen“ immer mal wieder „die kleinen“ fressen ist ja doch Teil unserer Lebenserfahrung. Die Standards müssen hoch bleiben. Im Sinne unserer Kultur und Gesellschaft. Auch wenn es vielen zu glauben schwer fällt: „Handel macht frei!“ ist eine Lüge. Daher eine prophylaktische Nominierung für den Herrn Wirtschaftsminister.

Nominiert: Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner

Waldmühle Rodaun

von Big Bang

In Wien Liesing werden kurz vor Kaltenleutgeben 450 Wohnungen gebaut, die ab 2016 beziehbar sind.

Die Kaltenleutgebener Straße ist jetzt bereits überlastet, da hunderte LKWs täglich eine Deponie nutzen. Der öffentliche Bus fährt ebenso Richtung Wien wie die meisten PKWs aus mehreren Umlandgemeinden und steht am Brennpunkt Hochstraße / Kaltenleutgebener Straße nicht nur zur Stoßzeit bereits jetzt im Stau. Es gibt bis jetzt kein Verkehrskonzept von den Verantwortlichen.

Nominiert: Gemeinde Wien

Mariahilfer Wahnsinn

von Kp6

Die Geldverschwendung für ein völlig unnötiges Projekt unter dem Deckmantel "Verkehrsberuhigung", oder wie man aus Wienern Idioten macht!

Veröffentlichte (ich sage nicht tatsächliche oder kolportierte) 25 Millionen Euro in den "Umbau" einer gut funktionierenden Einkaufsstraße zu stecken, welche mit allen ihren Ecken und Kanten perfekt mit ihrer Umgebung harmonisiert und funktioniert hat, nur um versuchen etwas zu beweisen (kläglich gescheitert Anm.),nur aus dem Interesse eine "Wohlfühlmeile" MITTEN IN DER STADT zu kreieren (es gäbe ja sonst nicht genug Platz...Copa Cabana...) ist einfach eine infame,verantwortungslose Herangehensweise,ganz zu schweigen von Umgang mit Ressourcen jeglicher Art!

Nominiert: Wiener Stadtregierung, Maria Vassilakou, Thomas Blimlinger, Markus Rumelhart

Neue ÖBB Zentrale

von Werner Faymann

Im Zuge des Baus des neuen Hauptbahnhofs wurde auch der ÖBB eine neue Konzernzentrale zuteil. Von Außen relativ hui - von innen sehr pfui - überdachte Lösungen braucht man dort nicht suchen.

Die neue Zentrale zeichnet sich schon beim Eintreten durch das Haupttor aus - diese Drehkreuztür ist entweder gar nicht einsatzfähig (bei stärkerem Wind - ein in Wien praktisch nicht vorkommendes Naturphänomen) oder stockt ohne ersichtlichen Grund zwischendurch. Dadurch erlangt der Besucher bereits dass volle ÖBB-Feeling einer leichten Unwillkommenheit. Dann zum Liftsystem - es ermöglicht es maximiert Arbeitszeit zu verlieren - es versucht alle Konzerngesellschaften zu verbinden indem er praktisch in jedem Stock (auch ohne Fahrgast) stehen bleibt. Ganz zu schweigen von den wundervollen Großraumbüros, welche zur Abtrennung zwischen den Bereichen/Gängen Vorhänge (!) verwenden. (ermöglicht volle geräuschliche Austauschbarkeit über große Distanzen hinweg). Weiters das Diagnosezentrum im 4. Stock - dies wurde nachträglich als Mieter ins Konzept aufgenommen, macht durch den Nebeneingang den niemand beim Erstbesuch findet, aber direkt zum Lift macht die Durchgangsbarriere völlig sinnlos.

Nominiert: ÖBB AG

Flughafen Wien - DKT in groß

von Ing. Franz Franz

Erweiterungen des Flughafen Wien werden seit Jahrzehnten in DKT Manier vorgenommen. Man nehme ein neues Gebäude, und klatsche es "irgendwo" hin. Wirrwarr und Verkehrsstillstand sind die Folge.

Der Flughafen Wien wächst in totaler Absehbarkeit, wie der weltweite Flugverkehr. Die Planung der notwendigen Erweiterungen scheint jedoch so abzulaufen, wie man als Kind DKT gespielt hat. Es gibt die Idee für ein neues Haus, man nimmt sich ein Plastikmodell davon, und stellt es auf seinem Grundstück irgendwo hin. Vielleicht sogar kreativ, aber letztlich doch nur irgendwo, ohne Weitblick und ohne Masterplan. Das führte zum Beispiel zum Terminal 1A, das direkt vis-a-vis des Terminal 1 liegt: Passagiere queren nun in der Rushhour in Massen die Zufahrtsstraße zum Abflugbereich - Stau bis auf die Autobahn ist die Folge, ohne der Möglichkeit hier eine vernünftige Lösung wiederherzustellen. Oder die Planung der dritten Piste. Samt 12 km langem Rollweg für gelandete Flugzeuge. Ohne der Idee, den mittleren Bereich zwischen den Pisten, die mit 1,8 km reichlich Abstand böten, für Abfertigungsgebäude zu nutzen, und diese direkt an die Autobahn anzuschließen. DKT in Reinkultur!

Nominiert: Planungsgruppe des Flughafen Wiens (genaue Bezeichnung oder Namen sind mir nicht bekannt)

Flughafen Wien Erweiterung

von Johannes Dobler

Der bestehende Flughafen Wien war zu klein. Man brauchte eine Erweiterung - also wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben - es gab einen Gewinner - und man staune: die Kosten explodierten - usw.

Wie schaffe ich es, einen vorgegebenen Raum mit moeglichst viel Material- kosten - und damit verbundenen Honoraren - so zu fuellen - dass auch noch das Tageslicht draussen bleibt - ich auch noch moeglichst viel Lampen brauche - die irgendwann auch kaputt gehen - all die unuebersichtlichen Gaenge - die Rolltreppchen - die selbst fuer ein Einfamilienhaus zu schmal waeren - zu ueberwachen - und zu putzen. Der Neubau des Flughafens Wien ist ein Paradestueck der Verflechtung oesterreichischer Machtstrukturen. Ich fliege einmal pro Monat von Barcelona - vom neuen Flughafengebaeude nach Wien. Der Gegensatz ist extrem. In Barcelona dieser hohe lichterfuellte Raum - in dem An- und Abflug der Passagiere sich wie von selbst regeln. Man kommt an und sieht wo es lang geht. In Wien - ist man auch nach dem xten Ankommen verwirrt. Das ganze erinnert an ein Versuchslabor fuer Ratten. Man geht ueber endlose Gaenge auf und ab - betritt enge Rolltreppen - keunstliches Licht - ein Schildbuergerstreich.

Nominiert: Entscheidungstraeger Wettbewerb Flughafen Wien Erweiterung

Kohlbacher - "Villen-Reihenhäuser" Gumpoldskrichen

von Rebler

Direkt bei der Ortseinfahrt, wenn man aus Baden über die Weinbergstraße kommt, wurde im historischen Alt-Ort eine Reihenhaussiedlung hingebaut, die extrem häßlich ist.

Wenn man über die Weinbergstraße nach Gumpoldskirchen kommt, liegt der wunderschöne alte Ort mit seinen historischen Häusern zu Füßen des Anningers wunderschön da. Doch die Fa. Kohlbacher baute eine häßliche Reihenhaussiedlung direkt an den Ortsrand. Der Stil erinnert an die 60. - 70.er Jahre. Auch die Farbgebung ist schrecklich. Wenn es wenigstens schöne moderne Architektur wäre! Die Häuser haben nicht einmal einen Garten! Das ganze Grundstück wurde flächendecken verbaut! Dass die Fa. Kohlbacher diese Reihenhaus (besser Reihenwohnungen) als "Villen" vermarktet ist noch ein zusätzlicher Hohn.

Nominiert: Fa. Kohlbacher & Bürgermeister F. Köck

SkyLink (Terminal 3 / Flughafen Wien)

von baron501

Labyrinth mit engen Gängen, zahlreichen Stiegen, einem(!) Lift und einem(!) Sicherheitsschalter. All das ist bautechnisch unabänderbar. Ein Freud'scher Verplaner für ca. € 890.000.000

Es geht hier nicht um den finanziellen Aspekt des SkyLink, viel mehr um die Dysfunktionalität und das neue Credo 'Form vor Funktion'. Der Passagier muss, wenn er umsteigt, von einem Terminal zum andern, das kennt man ja. Nicht so in Wien. Zahlreiche Beschriftungen führen den meist noch Langstreckenfluggeschädigten durch ein Labyrinth an engen Gängen, 180° Kurven mit Stiegen rauf und Stiegen runter; schliesslich steht man in einer Sackgasse. Zur Auswahl: ein Lift für 8 Personen oder ein 4(!) stöckiges Stiegenhaus, beides nur notdürftig beschildert. Danach (so mancher wähnt sich falsch, hat bereits gewendet und sucht verzeifelt einen nichtvorhandenen Infoschalter) ist man endlich im eigentlich SkyLink angelangt. Ein 270 m langer Gang hängt über einer Einkaufshalle mit dem Charm einer Bahnhofsreste und führt nun Scharen an Umsteigewilligen zum nächsten Nadelöhr - ein(zahl) Securityschalter. Und wie zum Hohn - auf halbem Weg - ein Gebetsraum und ein Cola-Automat. Wien ist eben anders!

Nominiert: Flughafen Wien AG mit Christian Domany (Vorstand) und Dietmar Eberle (Architekt)

Lärmschutzwand zwischen Bahn und Autobahn

von bhf

Die hoch verschuldete ASFINAG baut wie wild auf unsere Kosten hässliche unsinnige Lärmschutzwände. Dieses Ausmaß an Wänden gibt es auf der ganzen WELT nicht.

Absolut unsinnig Sankt Pölten (zwischen Bahn und Autobahn) absolut hässlich in Salzkammergut mix aus Metall blau weiß gelb und Holz in einer Kombination die unerträglich ist. Da in einer schönen Landschaft mit viel Tourismus wird dann noch ein "schönes" Schiffchen an die Wand gemalt.

Nominiert: ASFINAG

Erholungszone/Brücke

von groegxl

Derzeit wird über die Wien bei der Pilgramgasse ein Plateau und eine neue Brücke gebaut

Ich bin der Meinung, dass eine weitere Brücke zwischen 2 schon vorhandenen (Abstand je ca. 200m) völlig vertrottelt ist. Des Weiteren ist die "Erholungsplatte" im selben Bereich absoluter Schwachsinn, weil wer soll sich bei dem Verkehrslärm (Linke Wienzeile bzw. U4) erholen können?

Nominiert: Stadt Wien/MA ??

OIB Richtlinien in der Fassung der NÖ BTV 2014

von AndThanxForAllTheFish

Die OIB-Richtlinien gelten zwar auch in Niederösterreich, aber in einer abgeänderten Form zur vom OIB - 2011 (!) -herausgegebenen Fassung. Gleichzeitig gibt das OIB eine neue Fassung (2014) heraus.

1993 wurde zwischen Bund und Ländern eine Artikel15a-Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bauwesen geschlossen. 2007 (14 Jahre später!) schien es dann endlich so weit: ein Schritt in Richtung einheitlicher technischer Richtlinien schien mit den OIB Richtlinien 2007 gelungen. Gültigkeit in ganz Österreich. Ganz Österreich? Nein, denn in einem Bundesland gelten seit 2014 vom Landtag beschlossene eigene Richtlinien.

 

Peter Wolf schreibt dazu treffend am 12.09.2014 in der Presse: „Der ethnisch sowie sprachlich homogene Kleinstaat Österreich mit der Einwohnerzahl Londons leistet sich acht Bundesländer genannte Pseudorepubliken, regiert von acht Landeshauptleuten, mächtiger als die Bundesregierung, jedoch ohne korrelierende gesamtstaatliche Verantwortung. Österreichs föderativer Aufbau wird durch unzählige unterschiedliche Landesgesetze, deren logische Vereinheitlichung am Souveränitätsgehabe der Landeshauptleute scheitert, ins Groteske gesteigert“.


Wie anders ist Niederösterreich, Herr Landeshauptmann?

Nominiert: Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich